aktuelles Wetter in Buenos Aires Das Tigre-Delta

Stationsschild des Tren de la CostaLassen Sie sich das Delta des Paraná nicht entgehen !

Am Rio Lujan vor der PrefecturaNur eine Stunde mit dem Zug vom Bahnhof Retiro entfernt, in Tigre, liegt das Tor zur Welt des Deltas. Ein Flussdelta, wie es seinesgleichen sucht: über 21.000 km2 erstreckt sich seine Naturschönheit zwischen den Flüssen Rio Paraná und Rio Lujan von der Stadt Diamante in der Provinz Entre Rios bis zur Mündung des Rio de la Plata vor den Toren von Buenos Aires.

Karte des Deltas auf Majolika im Bahnhof TigreDas Delta besteht aus ca. 5000 Wasser-
wegen, deren wichtigste der Rio Paraná Guazú, der Rio Paraná Miní und der Paraná de las Palmas sind. Zwischen diesen Wasserstrassen liegen unzählige Inseln, die teilweise von ca. 3000 “isleños” bewohnt werden, die hauptsächlich für die Papier- und Zelluloseindustrie Argentiniens arbeiten. Von den Bewohnern der Inseln kommen auch 80-90% der Korbweidenproduktion für das argentinische Kunsthandwerk.

Typisches Holzhaus der Inseln in PfahlbauweiseEs gibt nördlich von Tigre keinerlei Strassen ins Delta, alles muss auf dem Wasser transportiert werden. Die typischen Häuser der “isleños” sind auf Holzpfeilern erbaut, die tief in den weichen Grund des Deltas gedrückt wurden. Jedes Jahr, wenn der Paraná Hochwasser führt, wird der Grund für diese Bauweise ersichtlich: Das Wasser reicht dann oft bis an die oberste Treppenstufe der Aufgangstreppen.

Die Geschichte der Besiedelung des Deltas reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, als die Spanier am Rio de la Plata anlandeten und auf den Inseln bereits Ansiedlungen der Guaraní-Indianer vorfanden. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde Tigre am 24.10.1580 anlässlich der zweiten und endgültigen Stadtgründung von Buenos Aires durch Juan de Garay, der auf seiner Expedition von Asunción nach Süden mit dem Boot durch “die Flusstäler des Riachuelo de las Conchas” fahren musste.

Die Jugend des Buenos Aires Rowing Club beim TrainingDie folgenden Jahrhunderte wechselvoller Eroberung und Besiedelung des Deltas durch die Portugiesen, die Brasilianer prägten den eigenwilligen Charakter der Gegend. 1856 wurde die erste Eisenbahn bis Tigre gebaut, und während der Regentschaft von General Sarmiento wurde an den Ufern des Rio Lujan eine Marinewerft gebaut, in der 4 Segelschiffe und 5 Dampfschiffe für die argentinische Marine entstanden. Eines dieser Dampfschiffe explodierte am 4. Oktober 1877 auf dem Gelände der Marinewerft, vermutlich aufgrund eines Materialfehlers; bei der Explosion kamen 11 Arbeiter ums Leben und die Trümmer des Schiffes wurden durch die Wucht der Explosion über 2,5 km weit geschleudert.

Wassersport-Fun auf dem Rio LujanSeit 1900 produzieren die Bewohner der Inseln Früchte, Edelhölzer, Süssspeisen, Konfitüren und Liköre. Es gibt viele holzverarbeitende Betriebe, und Stil wie Material der Möbel aus Tigre ist wohl einzigartig in der Welt. 1916 erreichte die erste elektrisch betriebene Stadtbahn von Buenos Aires aus die Station von Tigre und machte damit den Weg frei für den jungen Wochenendtourismus im damals sehr wohlhabenden Argentinien. Es entstanden Freizeitclubs der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, deren prachtvolle Bauten auch heute noch das Stadtbild von Tigre schmücken. Zu den berühmtesten gehören hier der Buenos Aires Rowing Club und der Club de Canottieri Italiani.

Heute sind die Inseln des Deltas Freizeit- und Wochenendrefugium der reichen Portenos. Zahlreiche Country Clubs, Wochenendhäuser, Parks und Gärten entstanden auf den Inseln, was der Gegend zum Spitznamen “El Country” verhalf. Selbstverständlich werden die vielen Kanäle und Wasserläufe auch für jegliche Art von Wassersport genutzt.

Vom Schiff direkt an den Stand - Mercado de Frutas
Die Stadt Tigre selbst hat für den Besucher noch mehr zu bieten: Viele kunsthandwerkliche Betriebe bieten ihre Waren und Souvenirs an, der berühmte “Mercado de Frutas” lädt zu einem Bummel ein; hier werden zwischen Cafés und Restaurants an vielen Ständen Obst, exotische Früchte, Trockenblumen und Korbwaren der Inseln verkauft. Ein Vergnügungspark (der Paraná de la Costa) und sogar ein Spielkasino runden das Angebot ab.

Typisches Holzmotorboot von STURLADie Besucher kommen jedoch nach wie vor wegen der Ruhe und wegen der reichen Flora und Fauna der abgelegeneren Teile des Deltas nach Tigre. Um diese zu erleben, bucht man am besten eine Delta-Rundfahrt auf einem der Boote unseres Partners vor Ort, der Reederei STURLA & CIA. STURLA befördert seit 1946 Passagiere durch das Delta. Begonnen hatte alles mit den typischen hölzernen Motorbooten, die Gross genug sind, Gruppen bis zu 70 Passagieren zu befördern, und zunächst als Inseltaxis den Passagierverkehr zwischen den Inseln aufrecht erhielten. Der zunehmende Wochenendtourismus führte zum Neubau bzw. Neuerwerb von verschiedenen Schiffstypen vom Cruiser bis zum bis zu 300 Personen fassenden Katamaran. Auch heute noch fahren die stark motorisierten und mit 30 km/h recht schnellen “lanchas” aus Holz auf Touren von verschiedener Dauer durch das Delta; von Ganztagestouren bis zu zweistündigen Kurztrips ist alles dabei.

 

Doch nicht nur die Bootstour durch das Delta selbst, schon die Anreise nach Tigre kann ein Erlebnis sein. Es gibt zwei Möglichkeiten, für den Besucher ohne eigenen Wagen, nach Tigre zu gelangen:

Der Bahnhof von Tigre an der Estacion Fluvial

    die Fahrt mit den modernen Vorortzügen der TBA ab dem Hauptbahnhof Retiro. Diese Züge verkehren alle 20 Minuten und benötigen für di 30 Kilometer Strecke circa eine Stunde. Von der Endstation Tigre sind es nur einige Schritte zur Estacion fluvial, von der aus alle Bootsausflüge ins Delta starten. Die Zugfahrt kostet 2 Peso, d.h.. Ca 0,60 EUR.

     

Der Tren de la Costa im Bahnhof von Tigreoder mit dem Taxi zum Shopping-Center von Alto Palermo im Stadtteil Palermo. Hier startet der “Tren de la Costa” Richtung Tigre, eine moderne Überlandstrassenbahn, die ihren Weg zunächst am Ufer des Rio de la Plata entlang und dann weiter durch die Villenvororte Olivos und San Isidro sucht, vorbei an der Quinta Presidencial, dem Regierungssitz des argentinischen Präsidenten, und durch den schönen Bahnhof von San Isidro fährt. Ein Stopp ist hier absolut empfehlenswert; die gesamte Bahnhofsanlage wurde vor kurzem renoviert und in ein Shopping-Center umgebaut, wobei streng darauf geachtet wurde, dass der Charakter des Bahnhofes weiterhin dem Stil der Delta-architektur gerecht wird. Der Tren de la Costa endet am Eingang des Paraná de la Costa; von hier ist es Ca 15 Minuten zu Fuss über den Mercado de Frutas zur Estacion Fluvial.

Zeit für ein Kartenspiel, bevor die nächste Bootstour startetTigre und das Delta des Paraná sind auf jeden Fall einen Ausflug wert. Selbst für eilige Reisende sollte zumindest ein Nachmittag für Tigre eingeplant werden.

 

 

 

Interessiert ? Wir informieren Sie gerne über zu Ihren Reiseplänen passende Touren nach Tigre. Mailen Sie uns unter info@flyer-de.de

vor dem Parque de la Costa

 

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